All Stars soll gegen Arznei-Gesetz verstoßen haben

Geschrieben/Gepostet am 11. November 2003 von Ben

Originalartikel http://www.sueddeutsche.de

Mitinhaber weist Vorwürfe als „ungerechtfertigt“ zurück / Illegale Substanzen in Nahrungsergänzungsmitteln?

Die Untersuchung der beschlagnahmten Nahrungsergänzungsmittel im Wert von 1,2 Millionen Euro einer Peißenberger Vertriebsfirma wird noch Wochen dauern. Das erklärte gestern ein Sprecher der Polizeidirektion Weilheim. Wie berichtet, wird gegen das Unternehmen aus der Fitnessbranche wegen Verdachts auf illegalen Handel mit Arzneien ermittelt. Dagegen weist die Firma die Anschuldigung vehement zurück.

Die Staatsanwaltschaft München vermutet, dass der 40-jährige Geschäftsführer und Inhaber dieses Unternehmens – der sich gegenwärtig auf einer Indienreise befinden soll – Nahrungsergänzungsmittel in mehr als 20 Ländern vertrieben hat. Bei Proben hatte das Landeskriminalamt Substanzen entdeckt, die dem Arzneimittelgesetz unterliegen. Sollte sich der Verdacht gegen den Kaufmann vor Gericht erhärten, droht dem Peißenberger laut Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

Die Polizei Weilheim stellte sechs von 50 Nahrungsergänzungmitteln der Firma sicher, in denen sie beigemischte Stoffe vermutet. In diesem Zusammenhang stellten die Ermittler klar, dass sich bei einem Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz lediglich die Vertreiber und möglichen Zwischenhändler strafbar machten. Die Polizei, die auch Fitnesscenter und ein Büro im Landkreis durchsuchten, prüft jetzt auch Geschäftsunterlagen des Peißenberger Unternehmens.

Dessen Mitinhaber Stephan Korte weist die Beschuldigung allerdings strikt zurück. „Die Vorwürfe sind völlig ungerechtfertigt und das Vorgehen der Staatsanwaltschaft überzogen“, sagte er gestern der SZ. Korte betonte, dass sämtliche Nahrungsergänzungsmittel seiner Vertriebsfirma keine Arzneimittel seien und von Ernährungswissenschaftlern geprüft sowie von vereidigten Sachverständigen eine „Verkehrsbescheinigung“ erhalten hätten. Außerdem stünden die jeweiligen Zutaten auf den Etiketten der Nahrungsergänzungsmittel. Deshalb sei man auch von der polizeilichen Aktion „absolut überrascht“ worden.

Der Markt für diese Präparate ist heiß umkämpft. Zu deren führenden (Rezept-)Herstellern bei Sportnahrungsmitteln in Europa zählt ein Unternehmen aus Gelsenkirchen. Dieses soll auch die Peißenberger Firma mit ihren Produkten beliefern.