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Diagnostik von Überlastungszuständen

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Geschrieben/Gepostet am 16. August 2013 von BBSzene Team
Zusammenfassung

Die Diagnose eines Übertrainingssyndroms (ÜTS) basiert in der Trainingspraxis auf der Objektivierung eines länger dauernden Abfalls der sportartspezifischen Leistung mit mehr oder weniger ausgeprägten Befindlichkeitsstörungen nach Ausschluss einer organischen Erkrankung. Im Ergometrielabor zeigen übertrainierte Ausdauersportler eine beeinträchtigte anaerob-laktazide Leistung und eine schnellere Erschöpfung bei hochintensiven Ausdauerbelastungen, während sowohl der submaximale Verlauf der Laktatleistungsrelation einschließlich der hieraus resultierenden anaeroben Schwellen als auch die anaerob-alaktazide Leistung keine wesentlichen Veränderungen zeigen. Der in mehreren Studien berichtete Abfall der maximalen Herzfrequenz fällt nur gering aus. Ein erniedrigter respiratorischer Quotient in Ruhe und unter Belastung erscheint diagnostisch verwertbar, ist jedoch bisher noch unzureichend belegt. Die systematische Erfassung der aktuellen Befindlichkeit anhand standardisierter Fragebögen hat sich in Übertrainingsstudien als empfindliches diagnostisches Kriterium erwiesen. Regelmäßige Messungen von Substraten und Enzymen (beispielsweise Harnstoff, Harnsäure, Ammoniak, Kreatinkinase-Aktivität) im Blut unter standardisierten Bedingungen dienen in erster Linie der Erfassung von akut die Belastbarkeit beeinträchtigenden Situationen, ohne jedoch zuverlässig ein ÜTS anzuzeigen. Im ÜTS beschriebene reduzierte belastungsinduzierte und Releasing-Hormon-stimulierte Anstiege hypophysärer Hormone und freier Plasmakatecholamine sind derzeit aus methodischen Gründen kaum in der routinemäßigen Trainingssteuerung einsetzbar. Das Verhalten anabol zu katabol wirkender Hormone, wie (freies) Testosteron zu Cortisol, scheint im Sinne einer „hormonellen Trainingssteuerung“ einen Indikator für die physiologische Beanspruchung im Training darzustellen, zeigt aber im ÜTS ebenfalls meist keine Auffälligkeiten. Hinsichtlich der Veränderungen immunologischer Parameter existieren Hinweise auf reduzierte Glutaminspiegel bei übertrainierten Sportlern, die Spezifizität dieses Befundes ist allerdings noch ungewiss. Die Anwendung eines einzelnen Parameters als diagnostisches Mittel ist aufgrund der multifaktoriellen Genese und der unterschiedlichen Ausprägungsformen des ÜTS prinzipiell problematisch.

Einleitung

Im modernen Wettkampfsport führen die vielfältigen Anforderungen an den Athleten im sportlichen, gesundheitlichen und sozialen Bereich und die Angst vor einer ungenügenden Ausschöpfung der zur Verfügung stehenden Trainingsmittel zu immer kürzeren Regenerationsphasen. Bei einem chronischen Missverhältnis zwischen aktueller Gesamt-Beanspruchung und Belastbarkeit droht ein Übertrainingssyndrom (ÜTS; engl. „overtraining syndrome“ oder „staleness“). Das ÜTS ist charakterisiert durch einen Abfall der sportartspezifischen Leistungsfähigkeit trotz weitergeführtem oder sogar intensiviertem Training mit mehr oder weniger ausgeprägten Befindlichkeitsstörungen ohne organisch krankhaften Befund, der auch nach einer verlängerten Regenerationsphase von 2 bis 3 Wochen noch nachweisbar ist. Bei einer kürzeren Dauer spricht man eher von einem Überlastungszustand (engl. „overreaching“). Obwohl das ÜTS nach wie vor eine der gefürchtetsten „Erkrankungen“ (besser wäre es, von einer „Funktionsstörung“ zu sprechen) des Leistungssportlers darstellt, existiert jedoch bis heute kein eatbliertes Diagnoseschema. Arbeiten zu möglichen Pathomechanismen des ÜTS wurden in den letzten Jahren publiziert (33, 48, 55), relevante Hilfestellungen für den Trainer und Sportler existieren jedoch kaum (5). In einer Übersicht (16) werden ca. 90 Symptome für ein ÜTS aufgeführt, von denen allerdings nur wenige zumindest in einer Studie experimentell abgesichert sind.

Aus methodischer Sicht sind Übertrainingsstudien wegen einer meist nur geringen Anzahl von untersuchten Spitzensportlern, zu kurzer Beobachtungszeiträume und fehlender Berücksichtigung nachfolgender Regenerationsphasen problematisch. Die Induktion eines ÜTS schlägt häufig fehl, ein prospektiver Studienansatz wird durch die anzunehmende individuell unterschiedliche Empfindlichkeit, die kaum zu steuernden multifaktoriellen Auslöser durch zusätzliche Stressoren neben Training und Wettkampf und die schwer kalkulierbaren negativen Konsequenzen für die mittelbare Leistungsentwicklung des Sportlers erschwert. Außerdem wird die Definition eines ÜTS oftmals uneinheitlich bzw. recht großzügig gestellt: In hochintensiven Trainingsphasen erhobene Messgrößen oder eine eintretende Leistungsstagnation sind nicht unbedingt aussagekräftig für ein ÜTS. Schließlich wurde auch der wesentliche Faktor für das Entstehen eines ÜTS, der Trainingsprozess selber, bisher kaum systematisch analysiert.

Es ist davon auszugehen, dass vor dem Leistungsabfall im ÜTS Auffälligkeiten im Verhalten anderer Parameter vorausgehen, die als Warnzeichen für eine Überlastungsreaktion dienen können. Hierbei wären besonders Messgrößen von Interesse, die in Ruhe oder zumindest unter submaximaler Belastung erhoben werden können. In der vorliegenden Übersicht soll daher die Wertigkeit von in der Trainingspraxis einsetzbaren Indikatoren für ein drohendes ÜTS im Mittelpunkt stehen. Hierbei wird primär zwischen „unblutig“ und „blutig“ (also mittels Kapillar- oder Venenblutentnahme gewonnenen) Messgrößen unterschieden.

Unblutige Warnzeichen

Ergometrie

Typisch für ein ÜTS - zumindest bei ausdauerorientierten Sportarten – scheint eine Beeinträchtigung der Schnelligkeit- bzw. Kurzzeitausdauer zu sein (7, 18, 27, 57). Signifikant verschlechterte Testergebnisse bei übertrainierten Radfahrern und Triathleten fanden sich beispielsweise in einem einminütigen anaeroben Test sowie insbesondere in einem Kurzzeitausdauertest, der mit der Belastungsintensität von 110% der individuellen anaeroben Schwelle bis zur Erschöpfung auf dem Fahrradergometer absolviert wurde (18, 57). Hier war die Belastungsdauer bis zum Abbruch im ÜTS um 14 bzw. 27 % erniedrigt. Andere Untersucher berichten von einer um 29% geringerer Laufzeit bei ebenfalls „überschwelligen“ 18 km/h auf dem Laufband (15). Die anaerob-alaktazide Leistung ist meist unbeeinträchtigt (7, 27, 57), wurde allerdings in einer Studie bei Schwimmern auch vermindert gemessen (13).

In einzelnen Studien ergaben sich auch, allerdings eher diskrete, Hinweise auf eine Verschlechterung der koordinativer Fertigkeiten (28, 51), über die in der Praxis häufiger berichtet wird (5). Einige Autoren fanden eine im ÜTS beeinträchtigte neuromuskuläre Erregbarkeit, einen herabgesetzten H-Reflex bis hin zu reduzierten Maximalkraftmessungen (35, 45). Hinsichtlich der Eignung für die Trainingspraxis ist allerdings zu bedenken, dass die Messmethode schwierig zu standardisieren ist und teilweise nur geringe Unterschiede beschrieben wurden.

Kardiorespiratorische Parameter

Obwohl gelegentlich erwähnt, sind Veränderungen des EKGs oder des Blutdruckverhaltens in Ruhe und unter Belastung nicht typisch für ein ÜTS. Die immer wieder aufgeführte Erhöhung der Ruhe-Herzfrequenz (10, 25, 27, 51) konnte in den prospektiven Übertrainingsstudien der 90er Jahre nicht bestätigt werden (7, 15, 18, 34, 50, 53). Ob mit der Messung der Herzfrequenzvariabilität und der aus den unterschiedlichen Frequenzspektren resultierenden Ableitung der Sympathikus- und Parasympathikusaktivität tatsächlich Überlastungszustände erkannt werden können, ist derzeit noch nicht belegt und bedarf kontrollierter Studien. Sicherlich kommt einem auffälligen Herzfrequenz-Verhalten in Ruhe und/oder unter Belastung eine wichtige Rolle in der Früherkennung eines Infektes und Beurteilung der Rekonvaleszenz zu. Für jeden Leistungssportler gilt somit die Empfehlung, regelmäßig seine Herzfrequenz unter standardisierten Ruhe und submaximalen Belastungsbedingungen zu messen, um im Bedarfsfall Vergleichswerte vorlegen zu können. Der in Übertrainingsstudien (18, 34, 50, 57) zwar signifikant, jedoch mit
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